Die Montessori Pädagogik wurde

von Maria Montessori entwickelt.

Die Montessori Pädagogik stützt sich unter anderem auf die Erkenntnis, dass die kindliche Entwicklung in Enwicklungsabschnitten, den so genannten „sensiblen Phasen“ verläuft. Dies bedeutet, dass die Kinder in ihren sensiblen Phasen eine besondere Bereitschaft haben, bestimmte Fähigkeiten zu erwerben: Sprache, Motorik (greifen, gehen, schütten, löffeln,…), mathematisches Denken (räumliches Vorstellungsvermögen, Erkennen von Merkmalen, Größen, Längen,…), Lesen und vieles mehr.

Um diese Abschnitte der kindlichen Entwicklung bestmöglich zu nützen, entwickelte Maria Montessori die „Montessori – Materialien“. Diese ermöglichen ein Lernen mit allen Sinnen, vor allem ein „be-greifendes Lernen“.

In der vorbereiteten Umgebung stehen den Kindern jederzeit griffbereit alle Materialien zur Verfügung. Somit soll jedes Kind die Möglichkeit haben, sich in individuellem Tempo, eben genau mit dem beschäftigen zu können, was seinem Interesse und Entwicklungsstand entspricht.

 

Das Montessori Material umfasst folgende 5 Bereiche:

  • Übungen des täglichen Lebens
  • Sinnesmaterial
  • Sprache
  • Mathematik
  • Kosmische Erziehung (Naturwissenschaft)


1. Übungen des täglichen Lebens:

Die Übungen des täglichen Lebens beziehen sich auf Tätigkeiten, die uns täglich begegnen, wie beispielsweise kehren, sich anziehen, waschen, Tisch decken, Stuhl tragen, Türe auf- und zumachen, Schleifen binden und öffnen, Grüßen, Löffeln, schütten, polieren von Holz und Messing, Schuhe putzen…

All diese Tätigkeiten sind für das Kind von großem Interesse und es gewinnt dabei Sicherheit und Selbständigkeit.

Die Übungen sind nach Schwierigkeiten und Thematik isoliert: Das Kind kann sich dadurch auf eine einzelne Arbeit konzentrieren und wird nicht durch andere gleichzeitigen Tätigkeiten verwirrt. Im Vordergrund steht die Freude am Tun und an der Bewegung, zusätzlich werden Fein- und Grobmotorik gefördert.

 

2. Sinnesmaterial:

Der Hauptzweck des Sinnesmaterials besteht darin, dem Kind die Eindrücke, die von den Sinnesorganen empfangen werden, zu ordnen und damit das Wesen aller Gegenstände unserer Umwelt besser verstehen und merken zu können.
Das Material ist nicht nur ein Schlüssel zur Erforschung der Umgebung, sondern auch Mittel zur Entwicklung des mathematischen Geistes.

Um das Kind nicht mit der Reizung aller Sinnesorgane zu überfordern, sind diese Sinnesmaterialien so gefertigt, dass nur auf eine Eigenschaft der Dinge besonderes Augenmerk gerichtet wird.

Es gibt Materialien zur Förderung des Tastsinns, Gewichtssinn, Gehörsinn, Geschmacksinn, Geruchsinn, Wärmesinn, stereognostischer Sinn, sowie zum Unterscheiden und Erkennen von Farben, Dimensionen, Formen und Figuren.

 

3. Sprache:

Im Umgang mit dem Sprachmaterials geht es unter anderem um die Entdeckung und Erforschung der Sprache und der Förderung des Sprechens.
In der Montessori Pädagogik nimmt die Sprachförderung einen großen Raum ein. Hier können alle Kinder einbezogen werden. Sprachbegabte Kinder, sprachentwicklungsverzögerte Kinder und Kinder anderer Nationalitäten, welche die Sprache der Umgebung zum ersten Mal hören. Schon durch die Art der vorbereiteten Umgebung und der freien Wahl der Tätigkeit ergeben sich eine Klarheit und eine Notwendigkeit zur Artikulation.

 

4. Mathematik:

Die Übungen des täglichen Lebens und das Sinnesmaterial bilden eine Grundlage für das Verständnis von Mathematik.
Die Übungen des täglichen Lebens unterweisen alle vier Grundrechnungsarten. Durch Gieß- und Schüttübungen wurde das Kind unbewusst bereits vertraut gemacht mit den Fassungsvermögen eines Gefäßes und das Aufteilen einer Menge in Teilmengen.
Im Umgang mit dem Sinnesmaterial hat es geordnet, sortiert, verglichen, gezählt und abgemessen.
Schon im Vorschulalter kommt bei vielen Kindern eine Faszination von Zahlen und Mengen auf. Das Mathematikmaterial ist auf das Handeln ausgerichtet. Die Gesetzmäßigkeiten des Materials werden durch die Klarheit der Materialien und aktiven Übungen anschaulich dargestellt, so dass sie für das Kind nicht mehr abstrakt sind.

 

5. Kosmische Erziehung:

Die zentrale Idee besteht darin, dass alle Dinge miteinander verbunden sind und ihren Platz im Universum haben. Die Materialien sind so ausgerichtet, dass das Kind zunächst einen Gesamteindruck erhält, Aus ihm kann das Kind sich dann einzelne, kleine Gebiete wählen, die es besonders interessieren. Zum Beispiel Geographie: vom Universum zum Sonnensystem, vom Globus zur Puzzlekarte der Welt, von Europa zu Österreich.
Die Arbeit mit dem kosmischen Material wird als Vertiefung und Ergänzung zu den Erfahrungen in der Umgebung und der Natur selbst gesehen.
Die kosmische Erziehung beinhaltet Botanik (Pflanzenkunde, Gartenarbeit…), Zoologie (Tiere dieser Welt, Lebensräume…), Geographie (Planetenkunde, Flaggen, Vulkane…), Geschichte (Meine Lebensgeschichte und die der Menschheit), Geometrie, Ethik (Völkerkunde), Kunst, Anthropologie, Evolution und Umweltschutz.